Hans-Peters Eisenhaufen 

Eigentlich wollte ich zuerst 'ne XT kaufen...

1990 war ich eines Sonntags so kribbelig und sagte mir, „Du brauchst ein Motorrad.“
Gedacht, getan. Alles was an Zeitungen zu ergattern war, wurde gewälzt und bis auf das letzte Kleininserat seziert.
Dann fand ich die Anzeige: "Suzuki GS 1000, Bj. 81, 2000,--DM, Händler tralala, Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 – 12.00 und 15.00 – 18.00 Uhr." Genau meine Preisklasse, halb 10 auf der Matte steh´n und das Ding is´ dein´s. 
Montag morgen war ich dann auch der erste im Laden (kann man eigentlich nicht direkt so bezeichnen), und dann sah ich sie.

   
Der Typ hinter`m Thresen fragt mich was ich denn will und ich sage „die Suzi da für 2000 Mark“.

„Haste denn überhaupt `nen Führerschein? – Na klar! – Dann zeig` erst mal her!“

Also gut, 2000 Mark cash auf den Tisch, kurz `ne Quittung drüber ausgestellt, die Suzi fremdgestartet (Kickstarter hat se ja nich`), die Gabel noch mal aufgepumpt und ich dann heim mit dem Ding (den R4 habe ich später wieder abgeholt).
8 Vorbesitzer hatte sie, meistens um die 20 – 25 Jahre alt, Vollverkleidung drauf und wieder runter, Stummel dran und wieder ab, jede Schraube war schon mal gedreht (sogar die Aus-Liter-Schrauben vom Vergaser, werkseingestellt) und dementsprechend lief sie auch.

Erste Pleite war dann mit frischem Nummernschild mal eben ´ne Runde drehen: Batterie leer (eigentlich fertig). Batterie geladen, Maschine läuft.
Erste Mal zur Arbeit damit, geht einfach aus, springt wegen der Batterie auch nicht mehr an. Also anschieben, na geht doch wieder.
Bis ich dann das Gefährt einigermaßen so weit hatte, dass man sich zu 80 % drauf verlassen konnte, vergingen schon einige Wochen.

Mein Fahrstil wurde dann natürlich auch um einiges riskanter und die Quittung folgte dann auch auf dem Fuß: regennasse Strasse, kurz mal 2 Autos überholen und anschließende Vollbremsung mit der rechten Hand (beide Stiefel waren wegen der Bequemlichkeit auf den hinteren Rasten), `ne Tusse mit ihrem Benz hatte mich übersehen, und schon sprühte die GS Funken wie zu Silvester. 
Aber das nur eine von Suzis Geschichten (sie hat noch einige lustige Dinger parat).
   

Fast alles legal und eingetragen .... psst!
Aus der Perspektive (links) gefällt Sie mir eigentlich am besten! Weil alles so schön blitzt, sogar der Seitenständer!

Hier ist sie schon vier mal gewaschen, aber immer noch schwarz, denn Rahmen und Räder sind pulver-beschichtet.

Ich weiß, es gibt noch Schönere ... oder doch nicht?!
Weitere Verbesserungen: neue Instrumente auf selbstgefräster Armaturenplatte; Hupe und sogar Oelfilterdeckel verchromt; Koni-Fahrwerk; Bremsgestänge verchromt; Bremsanlage mit Stahlflex und gelochten Scheiben; offene Luftfilter; Dyno-Zündanlage (sieht man leider nicht).

BSM - 4 in 1 ist prima für den guten Ton und der Z-Lenker prima zum Rum-Kurven, nur im Schuppen wird´s a bisserl eng!

   
1998 habe ich sie dann schweren Herzens an einen Kumpel verkauft. Der hat sie dann für ca. ..000 Piepen herrichten und umbauen lassen. Aus Zeitmangel hat er sie am 11. Mai 2002 wieder an mich zurückgegeben, weil er meinte, ich wäre der einzige, dem er sie guten Gewissens verkaufen könnte.

Kontakt: Hans-Peter

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