Abgasuntersuchung für Krafträder (AUK) 

Nein, das ist kein Aprilscherz: Ab 1. April 2006 müssen in Deutschland auch viele motorisierte Zweiräder eine Abgasuntersuchung bestehen, wie sie schon lange für Autos vorgeschrieben war. Im Vordergrund steht, wie so häufig, der Umweltschutz, denn die Bundesregierung verspricht sich von der Überprüfung eine weitere Absenkung der Ozonwerte. Andererseits ist dies ein nettes Zusatzgeschäft für die Prüfstellen - ein Schelm, wer da Böses denkt.
Die gute Nachricht vorweg: 
Motorräder, die bis zum 31. Dezember 1988 erstmals zugelassen wurden, fallen nicht unter die Regelung. Unsere alten Schätzchen dürfen weiter gefahren werden, ohne sie mit einer zusätzlichen Prüfung zu quälen - zumindest bis auf Weiteres!
   
Für alle, die ein modernes Moped ihr Eigen nennen, habe ich hier die wichtigsten Informationen zur AUK in Deutschland zusammengetragen:

Welche Fahrzeuge sind betroffen?
Die AUK gilt für alle Leichtkrafträder und -roller (bis 125 cm²) sowie für Krafträder und -roller (ab 125 cm²), welche ab dem 1. Januar 1989 erstmals zugelassen wurden. Das sind Fahrzeuge, die ein eigenes amtliches Kennzeichen besitzen.

Wie oft wird gepüft?
Im Gegensatz zu den Autos ist die Abgasuntersuchung für Krafträder nicht ein eigenständiges Prüfverfahren. Stattdessen wird sie zusätzlicher Bestandteil der Hauptuntersuchung, und die ist laut Gesetzgeber alle zwei Jahre vorgeschrieben.

Noch 'ne Plakette auf dem Kennzeichen?
Wird die Haupt- und Abgasuntersuchung bestanden, gibt es die übliche Plakette. Dadurch wird keine weitere AU-Plakette notwendig. Na, die hätte auf dem engen Nummernschild wahrscheinlich auch keinen Platz gefunden. 

Was passiert, wenn die Abgasuntersuchung nicht bestanden wird?
Werden die Emmisionswerte bei der Abgasuntersuchung nicht eingehalten, gilt auch die normale Hauptuntersuchung als nicht bestanden. Das Fahrzeug muss also zur Nachprüfung.

Wie wird gemessen?
Die Rechtsgrundlage für die Prüfung ist die "41. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften". Das Messverfahren ist recht einfach: bei Fahrzeugen ohne Katalysator wird der Kohlenmonoxidgehalt im Leerlauf gemessen, bei Fahrzeugen mit Katalysator im "erhöhten" Leerlauf. Also keine Angst, dass der Prüfer den armen Motor gnadenlos hochdreht. Und wenn doch, könnt ihr mit Verweis auf die Rechtsgrundlage Einspruch erheben.
Sollte es Probleme geben, hilft daher schon eine vernünftige Einstellung von Vergaser und Zündung.

Was kostet die Abgasuntersuchung?
Je nach Aufwand, Zylinderzahl und beauftragter Prüfstelle wird die Hauptuntersuchung zwischen etwas teurer. Das sind zur Zeit zwischen 7,70 und 23,00 Euro.

Da es noch einige Fragen und Unklarheiten gibt, hat die SUZUKI INTERNATIONAL EUROPE im April 2006 folgende Information zum Thema veröffentlicht:

Sehr geehrte SUZUKI Fahrerinnen und -Fahrer,
am 1. April 2006 wurde in Deutschland die Abgasuntersuchung für Krafträder (AUK) eingeführt. Gemessen daran, dass die entsprechende Verordnung im Bundesrat erst am 10. Februar 2006 verabschiedet wurde, erfolgte die Umsetzung mehr als zügig.

Diese schnelle Umsetzung und eine nicht rechtzeitige und umfassende Information vieler TÜV-Prüfer durch deren übergeordnete Dienststellen hat dazu geführt, dass an einigen Prüfstellen G-Kat-Motorräder (auch anderer Hersteller) bei der AUK durchgefallen sind, da die Prüfer in Unkenntnis der Herstellerangaben den Grenzwert von 0,3% CO im erhöhten Leerlauf zu Grunde legten.

Da es sich bei der AUK weltweit um die erste regelmäßige Abgasuntersuchung an Motorrädern handelt und die Hersteller nicht über eine sichere Datenbasis verfügen, um Grenzwerte festzulegen, die unter üblichen Bedingungen von technisch einwandfreien Fahrzeugen eingehalten werden können, hat SUZUKI auch für alle G-Kat-Motorräder einen Maximalwert von 4,5% CO im erhöhten Leerlauf festgelegt. Dies gilt für alle Fahrzeuge, welche die Euro-2-Norm erfüllen.
In aller Regel liegen die Werte bei unveränderten und regelmäßig gewarteten Fahrzeugen deutlich niedriger, oft auch unter 0,3%. Prinzipbedingt können aber schon die Werte im Normalzustand bei 1- und 2-Zylindermotoren deutlich über 0,3% liegen. Der gesamte Schadstoffausstoß muss deshalb aber nicht höher sein, da diese Motoren durch ihre größeren Einzelhubräume auch abgastechnische Vorteile haben.

Aus folgenden Gründen empfehlen wir Ihnen, die AUK bei Ihrem SUZUKI Vertragshändler durchführen zu lassen, sei es durch den dafür anerkannten Betrieb selbst oder durch einen Prüfingenieur, der die AUK dort durchführt:

  • Ihr SUZUKI Vertragshändler verfügt in jedem Fall über die gültigen Soll- bzw. Maximalwerte.
  • Er kann erforderlichenfalls Einstellungen vornehmen, was die Prüfingenieure von TÜV, DEKRA, etc. in der Regel nicht können und auch gar nicht dürfen.
  • Er kann im Fall von Problemen den technischen Kundendienst des Importeurs kontaktieren, um eventuelle Probleme zu beseitigen. Besonders im Anfangsstadium der AUK kann der Kundendienst wertvolle Tipps zur korrekten Durchführung der AUK geben.
  • Sie vermeiden dadurch Mehraufwand an Zeit und Geld, falls wider Erwarten Probleme auftreten sollten.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen eine schöne und unfallfreie Motorradsaison.

Mit freundlichen Grüßen

SUZUKI INTERNATIONAL EUROPE GMBH

U. Kroschel , Acting General Manager Motorcycle Homologation   
M. Henes, Group Leader Motorcycle Technical Service 

© Michael (13.04.06 )    [Start]