Öl-Klassifikation der Fahrzeughersteller

Weil bei den API- und ACEA-Klassifikationen es den Schmierstoffhersteller selbst überlassen ist, wie sie ihre Öle testen, haben sich die Fahrzeughersteller teilweise ein eigenes Freigabesystem ausgedacht:

BMW-Klassierung
BMW verwendete das ACEA A3/B3-Profil als Mindestqualitätsanforderung. Um aber die Einschränkung im Temperatureinsatz zu erweitern, lässt BMW heute nur Öle gemäß einer BMW-Spezialöl-Freigabe (Longlife-Öl-Liste) zu, die einen speziellen Freigabelauf bestanden haben.

Daimler Benz-Klassierung
Seit 1997 hat auch Daimler Benz ein Freigabesystem für alle Pkw-, Otto- und Dieselmotoren, das in Betriebsstoffvorschriften festgehalten ist, die auf Basis der ACEA A2/B2 bzw. ACEA A3/B3 erarbeitet wurden:
Blatt 228.1, 228.3 und 228.5 (Diesel-Neufahrzeug-Motoren),
Blatt 229.1, 229.3 (Pkw-Benzin- und Dieselmotoren).
Logisch, dass Daimler Benz hinsichtlich bestimmter Motorenteste auch verschärfte Anforderungen hat.

Volkswagen-Klassierung
Für Öle existierten im wesentlichen die folgenden VW-Normen:
500.00 (Leichtlauf-Motorenöle), 
501.01 (Benzin- und Saugdiesel-Motoren), 
505.00 (Dieselmotoren mit Abgasturboaufladung), 
505.01 (Dieselmotoren mit Pumpe-Düse-Einspritzsystem), 
502.00 (Benzinmotoren mit gesteigerter Leistungsfähigkeit), 
503.00(Benzinmotoren mit Wartungsintervallverlängerung),
506.00 (Dieselmotoren mit Wartungsintervallverlängerung),
506.01 (Pumpen-Düsen mit Wartungsintervallverlängerung).
Seit Anfang 1997 werden Otto-Motorenöle mindestens nach der neuen Norm 502 00 freigegeben, die die Entwicklung von Motorenölen mit verlängerten Wechselintervallen unterstützen sollten. Alte 15W-40 oder 10W-40 Öle schaffen die 502 00 daher nicht.
Für das Modelljahr 2000 ließ VW nur Öle nach der Norm 503 00 für Otto- und 506 00 für Dieselmotoren zu, die lange Ölwechselintervalle ermöglichen. Ab dem Modelljahr 2001 galt die 506 01.

Porsche-Klassierung
Die Freigabe basiert auch auf dem ACEA A2/A3 Profil und prüft zusätzlich die Öle in einem 911er-Motor.

JASO-Klassierung
Ist eine moderne Zweitakter-Klassierung. In der JASO (Japanese Automobile Standard Organisation) sind die japanischen Zweitaktmotoren-Hersteller vertreten und definieren die momentan schärfsten Anforderungen an Zweitaktmotorenöle. In die Klassierung gehen Beurteilungskriterien wie Motorensauberkeit, Schmierfähigkeit, Zusetzen des Auspuffsystems und Reduzierung von Abgasrauch ein.

ISO-Klassierung
Zur Zeit wird an einem eigenen europäischen Klassifikationssystem für moderne Zweitakter gearbeitet. Es gibt zwei Klassen (EGB und EGC), die sich an den entsprechenden JASO-Klassen orientieren und eine dritte Klasse (EGD), die für deutlich höhere Motorleistungen gedacht ist.

NNMA-Klassierung
Wassergekühlte Zweitakt-Außenbordmotoren benötigen spezielle Zweitaktmotorenöle. Daher hat die NMMA (National Marine Manufacturer Association) besondere Prüfverfahren erarbeitet. Die entsprechenden Klassen sind BIA TC-W, API TCW und seit 1996 NMMA TC-WII. Für heutige Motoren gibt es Öle nach NMMA TC-W3.

  
© Michael (23.09.12 )    [Start]