Ketten pflegen und schmieren 

Eine der weniger geliebten Tätigkeiten ist das Schmieren der Antriebskette. Doch wer hier schlampt, bezahlt es mit hohem Verschleiß - an der Kette und in der Geldbörse. Vor dem Schmieren empfiehlt sich das gründliche Reinigen des Gliederteiles.

Reinigen
Schmutz lässt sich von Ketten nur mühsam entfernen, doch spezielle Kettenreiniger sind hier hilfreich. Prüfe aber stets, ob das Mittelchen auch O-Ring-tauglich ist, wenn eine solche Kette montiert ist. Genauso geeignet ist übrigens säurefreies Petroleum, das preiswert im Heimwerkermarkt zu haben ist. Oder auch Kerosin, das man im Kaufhaus in geruchsneutraler Form als Grillanzünder bekommt.
Danach sollte man die Kette mit einem Lappen oder mit Druckluft gut trocknen. Aber Vorsicht: Nicht dabei den Motor laufen lassen und an die Kette fassen. Dann sind die Finger schnell ab!
   

Schmieren
Ist alles soweit in Ordnung, wird die Kette noch geschmiert. Spare nicht beim Kettenspray: Vollsynthetische Versionen halten länger, schmieren besser und hinterlassen weniger Schmutz auf der Hinterradfelge. Gutes Fett  wirkt außerdem als Konservierung gegen Nässe, Korrosion, Schmutz- und Staub, so dass die Schmierintervalle verlängert werden.
Schmieren sollte man übrigens immer die Rollen auf der Innenseite der Kette, also die Seite, die dem Ritzel und dem Kettenrad zugewandt ist.
Außen - wie hier gezeigt - ist einfacher, aber nicht so wirkungsvoll. 
Seitlich auf den Laschen zu schmieren ist unwichtig. Es dient lediglich dem Korrosionsschutz und man sollte daher nur das Fett sparsam auftragen. 
Teflon-basiertes Kettenfett kombiniert die guten Fließeigenschaften des Fettes mit der zusätzlichen Gleiteigenschaft des Teflon. Wird es verwendet, ist unbedingt darauf zu achten, dies mittels eines Sprührohrs aufzusprühen. Sonst verflüchtigt sich das Flussmittel in kurzer Zeit und kann die Teflonpartikel nicht in die Rollen der Ketten transportieren.
Empfohlene Kettensprays sind beispielsweise Castrol Kettenspray, Liqui Moly Kettenspray, S 100 Kettenspray mit Teflon, Profi Dry Lube mit Teflon oder POLO White Chain Lube.

Hier noch ein Tipp von Werner:
Hat dein Moped keinen Hauptständer gibt's viele teure und untaugliche Artikel zu kaufen, um beim Einsprühen das Hinterrad zu drehen. Dabei hat fast jeder das "Universal-Werkzeug" zu Hause. Einfach einen Hammer unter die rechte Schwingenseite stellen, links steht das Moped auf dem Seitenständer. Es tut natürlich auch ein Stück Latte. Funktioniert bei allen Straßenmopeds, für eine Enduro muss das "Werkzeug" etwas länger sein.
    


Materialliste

Kettenöler
Viele von euch kennen den Scott-Oiler aus der Steinzeit des Motorradfahrens, der auch heute noch für teures Geld angeboten wird.
Hier ist eine Lösung von Werner, der einen "halbautomatischen Kettenöler" mit einer Pumpe aus der Apotheke entwickelt hat.
Er hat alle seine Kettenmaschinen (GS500E, DR350SH, XT125R, TT600R) auf eine manuell betätigte Ketten-Zentralschmierung umgestellt.
Schmieren kann man mit einem "1A-Spezialöl". Es kommt regelmäßig aus seinem Motor - so alle 5.000 km!
Vor Beginn einer Fahrt drückt man eine kleine Menge aus der Spritze und mittels Schlauch und Rohr landet das Öl direkt an der Kette.
Man braucht nur einige wenige Teile, Geschick und etwas Zeit. Wer es nachbauen will, kann auf die Materialliste unter dem Bild klicken. Die Materialkosten betragen etwa 3-5 EUR.
Seit 2011 hat Werner das System noch perfektioniert. Er verwendet jetzt ein "vollautomatisches" System mit Magnetventil (am Licht angeschlossen), einem Drosselventil (Funktionsteile aus der Pneumatik, günstiger Lieferant ist fluidconcept.de) und einem Ölbehälter (Weithalsflasche PE, ebay). An seiner SV650 musste er seit ca. 10.000 km die Kette nur zweimal geringfügig nachspannen.
Ein noch ausgeklügelteres Werner-System findet ihr hier.

© Michael (27.09.12 )    [Start]